München, 15. Oktober 2026 – Die zentralen neutralen Organisationen des deutschen und europäischen Datenraum-Ökosystems wollen die erfolgreiche Aufbauphase der letzten Jahre in eine Phase breiter Anwendung, wirtschaftlicher Wirkung und international anschlussfähiger Datenräume überführen.

Datenräume sind über die Pilotphase hinaus. Jetzt gilt es, sie in die Breite zu tragen: in den Mittelstand, in die Verwaltung und in neue Branchen. Mit der Ausschreibung des Data Spaces Hub Germany greift das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) diese Entwicklung auf. Die acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, das Fraunhofer ISST, die International Data Spaces Association (IDSA) und die Gaia-X European Association for Data and Cloud AISBL bewerben sich gemeinsam um die Koordinierung des Hubs. Die Konsortialführung liegt bei der acatech Stiftung.

Der richtige Schritt zur richtigen Zeit

Deutschland verfügt heute über viele erfolgreiche Datenrauminitiativen. Die Herausforderung besteht nicht mehr darin, Datenräume zu erklären, sondern sie breiter nutzbar zu machen und ihre Wirkung in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zu entfalten. Der neue Hub ist eine folgerichtige Konsequenz aus der Arbeit der Datenraum-Community und dem Engagement der Bundesregierung, immer in Abstimmung mit den europäischen Datenraumaktivitäten. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben in den vergangenen Jahren technische Grundlagen und Standards geschaffen, erste Datenräume in den Betrieb gebracht und ein Netzwerk engagierter Akteure aufgebaut. Dass diese Arbeit fortgeführt wird, ist ein wichtiges Signal. Denn wer Industrie- und Verwaltungsdaten für souveräne KI-Anwendungen nutzbar machen will, braucht Datenräume – und eine Stelle, die den Einstieg erleichtert, Wissen bündelt und den Nutzen des Datenteilens sichtbar macht.

Auf Bewährtem aufbauen

Der Hub muss nicht bei null beginnen. Der Gaia-X Hub Germany, den acatech bis August 2026 koordiniert hat, hat eine breite Gemeinschaft aus Unternehmen, Forschung, Verbänden und Verwaltung in zahlreichen Branchen zusammengebracht. Die Partner gestalten bereits heute zentrale europäische Datenraumaktivitäten mit – von Gaia-X über das Data Spaces Support Centre bis hin zu Standardisierung, Interoperabilität und der praktischen Einführung von Datenräumen in Wirtschaft und Verwaltung. Auf diesen Strukturen, Formaten und Kontakten will das Konsortium aufbauen und sie erweitern, verbessern und ergänzen: thematisch über Gaia-X hinaus, die zahlreichen Facetten von Data Spaces vereinend, mit Fokus auf die praktische Umsetzung und mit Angeboten für alle, die erst einsteigen.

Orientierung über die gesamte Datenraumlandschaft

Im Fall des Zuschlags soll der Hub Orientierung über alle datenraumbezogenen Aktivitäten in Deutschland bieten und dafür zusammenführen:

  • Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik,
  • alle Datenrauminitiativen,
  • alle Branchen,
  • alle politischen Ebenen und Ressorts,
  • Akteure jeden Wissensstands – vom ersten Interesse bis zum Betrieb eines eigenen Datenraums.

Neutrale Vermittlung, Kompetenz in allen Leistungsbereichen

Grundlage ist eine neutrale Vermittlerrolle. Die Federführung liegt bei acatech, die Teilnahme an den Angeboten des Hubs ist an keine Mitgliedschaft gebunden, und der Hub steht allen Initiativen und Ansätzen offen.

Die Partner bringen dafür einander ergänzende Stärken ein: acatech langjährige Erfahrung in Vernetzung, Community-Management und Wissenstransfer sowie den Zugang zum Akademienetzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft; das Fraunhofer ISST anwendungsorientierte Forschung und technologische Umsetzungskompetenz; die IDSA ihre internationale Community, ihre führende Rolle bei Referenzarchitektur, Rulebook, Dataspace Protocol und Standardisierung sowie ihre Erfahrung beim Aufbau und der Skalierung von Datenräumen; die Gaia-X AISBL ihr Trust Framework und das internationale Netzwerk der Gaia-X Hubs. Gemeinsam deckt das Konsortium alle Leistungsbereiche des Hubs ab – von der zentralen Anlaufstelle und der Wissensvermittlung über Geschäftsmodelle und technische Umsetzung bis zur Unterstützung beim Onboarding.

„Datenrauminitiativen gibt es inzwischen viele, was oft fehlt, ist der Überblick. Genau hier setzt ein nationaler Hub an: als neutrale Stelle, die Orientierung gibt, Akteure zusammenbringt und Brücken zwischen den Initiativen schlägt. Wir freuen uns, dafür auf der Gemeinschaft aufbauen zu können, die im Gaia-X Hub Germany gewachsen ist“, sagt Manfred Rauhmeier, Vorstand der acatech Stiftung.

Mitgestalten

Das Konsortium wird im Falle einer Beauftragung Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft intensiv in die Arbeit des Data Spaces Hub Germany einbinden. Interessierte Organisationen sind eingeladen, sich über die geplanten Beteiligungsmöglichkeiten (Sounding Board) auszutauschen. Kontakt: stiftung@acatech.de.

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