München / Berlin, 30. Juni 2026 – Wie wird Mobilität wirklich inklusiv – in der Stadt wie auf dem Land? Bei der Auftaktveranstaltung der neuen Reihe „Wohin geht die Reise?“ im Erlebnisraum Digitale Souveränität des Deutschen Technikmuseums in Berlin diskutierten rund 60 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darüber, wie Mobilitätsangebote so gestaltet werden können, dass möglichst viele Menschen selbstbestimmt unterwegs sein können. Die Reihe ist Teil des mFUND-Förderprogramms des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) und entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Initiative MobilitätDigital der acatech Stiftung. Ein zentrales Fazit des Abends: Barrierefreiheit ist kein Nischenthema – sie nützt allen.

Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt: Der Erlebnisraum Digitale Souveränität der Initiative MobilitätDigital im Deutschen Technikmuseum bietet eine Plattform für Wissensvermittlung, Austausch und Vernetzung rund um digitale Souveränität in Mobilität und Logistik. Ziel der Initiative ist der Aufbau eines offenen Innovations- und Transferökosystems für daten- und KI-getriebene Mobilitäts- und Logistiklösungen. Veranstaltungen wie „Wohin geht die Reise?“ machen dieses Ökosystem für Fachwelt und Öffentlichkeit erlebbar.

Wie vielfältig die Blickwinkel auf inklusive Mobilität sind, zeigte die Podiumsdiskussion: Dr. Kerstin Stark (DLR e. V.), Jürgen Roß (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg), Jonas Deister (Sozialhelden e. V.) und Patrick Seirafi (Fluxguide Ausstellungssysteme GmbH) brachten unterschiedliche Perspektiven auf eine inklusive Mobilität der Zukunft zusammen. Moderiert wurde die Diskussion von Karl-Friedrich Lorenzen und Dr. Christina Wolking (Institut für Innovation und Technik).

Dabei wurde deutlich: Inklusive Mobilität betrifft Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen – dauerhaft oder zeitweise. Deshalb müssen unterschiedliche Bedürfnisse frühzeitig berücksichtigt werden: in der Planung, in der Gestaltung von Informationen und Orientierung sowie in der Umsetzung neuer Angebote. Neben klassischen Infrastrukturfragen spielten auch digitale Hebel eine zentrale Rolle.

Drei Themen rückten dabei besonders in den Mittelpunkt der Diskussion:

  • die Bedeutung einer Mobilitätsplanung, die unterschiedliche Lebensrealitäten in Stadt und Land systematisch mitdenkt,
  • die Chancen der Digitalisierung, etwa durch datenbasierte Planungsinstrumente, Echtzeitinformationen und intuitive Orientierungssysteme, sowie
  • die Notwendigkeit, neue Mobilitätsformen wie autonomes Fahren oder Bedarfsverkehre von Beginn an inklusiv zu entwickeln.

So unterschiedlich die Perspektiven waren, so klar war der gemeinsame Nenner: Viele Ansätze – von datenbasierten Planungsinstrumenten über digitale Informationssysteme bis hin zu neuen Mobilitätskonzepten – zeigen bereits heute, welches Potenzial vorhanden ist. Gleichzeitig bleibt Handlungsbedarf: Barrierefreiheit muss konsequent in Standards, Prozesse und Umsetzung überführt werden, damit Lösungen nicht punktuell bleiben, sondern flächendeckend wirken.

Beim anschließenden Get-together nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die Diskussionen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Der Auftakt der Reihe machte deutlich: Mobilität für alle ist eine Gemeinschaftsaufgabe – und gelingt nur, wenn Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft unterschiedliche Perspektiven früh zusammenbringen.

Ausblick: Die nächste Veranstaltung der Reihe findet am 29. Juli 2026 (17:30–19:30 Uhr) statt: „Vorsicht Lücke | Wer fehlt in den Daten für die Mobilität von morgen?“ Im Fokus stehen Datenlücken, ihre Folgen für Planung und Politik sowie die Frage, wie Daten und Algorithmen zu gerechteren und inklusiveren Mobilitätsangeboten beitragen können.